1. Das Standing einer Personal Brand: Herzlichkeit schließt Kante nicht aus

Wer mich kennt oder den Podcast regelmäßig hört, weiß: Ich bin eine sehr sensible, emotionale und von Grund auf herzliche Person. Früher hat sich das in einem extremen People Pleasing geäußert. Ich wollte es jedem recht machen – oft weit über meine eigenen Bedürfnisse hinaus. Doch im Zuge meiner persönlichen Weiterentwicklung im letzten Jahr durfte ich wachsen.

Jede starke Marke und jede erfolgreiche Personal Brand braucht eine klare Haltung. Man muss ganz klar sagen können: „Dafür stehen wir nicht, das akzeptieren wir nicht und diesen Weg gehen wir nicht.“ Am Anfang fiel mir das unheimlich schwer, weil ich befürchtete, meine herzliche, nahbare Seite zu verlieren oder arrogant zu wirken.

Mein großes Learning: Ich kann als Mensch tief empathisch, liebevoll und zuvorkommend sein und gleichzeitig im Business ein klares Standing haben, Kante zeigen und meinen Kunden die ehrliche, unbequeme Wahrheit sagen, die sie wirklich weiterbringt. Das schließt sich absolut nicht aus.

Kunden, die echten Mehrwert suchen und wirklich etwas erreichen wollen, wollen niemanden, der ihnen nur nach dem Mund redet. Sie wollen wissen, an welchen Stellschrauben sie drehen müssen. Als Gesicht meiner Marke habe ich gelernt, mich von der persönlichen Identifikation ein Stück weit zu lösen: Wenn eine Folge oder Story mal nicht jedem gefällt, ist das völlig okay. Es geht nicht um meine persönliche Inszenierung, sondern darum, den Zweck der Marke zu erfüllen: Andere in ihrer Vision zu sehen, sie zu verstehen und sichtbar zu machen.

2. Was bedeutet eigentlich „MADLY Inspired“?

Jede Woche hörst du den Namen im Intro meines Podcasts, aber vielleicht war dir die tiefere Bedeutung bisher gar nicht bewusst. Der Name setzt sich aus zwei Ebenen zusammen. Zum einen steckt darin wieder das „mad“ aus meinem Markennamen MadMT (gebildet aus dem englischen „mad“ und meinen Initialen „MT“). Zum anderen bedeutet „madly“ im Englischen „wahnsinnig“ oder „leidenschaftlich“.

Es geht hier also nicht nur darum, ein bisschen „inspiriert“ zu sein. Es geht um dieses tiefe, wahnsinnige Brennen für eine Vision, das Schauen hinter die Fassade. Genau diese kompromisslose Leidenschaft war damals auch der Grund, warum ich mich gegen eine Karriere in einer klassischen Werbeagentur entschieden habe. Ich wollte keine Projekte nach starren Deadlines und dem Prinzip „Hauptsache gut genug bis Freitag“ abfertigen, wo der kreative Spielraum wegrationalisiert wird. Mein Anspruch als Unternehmerin ist ein anderer: Wenn ich jemanden frage „Wie findest du das?“ und als Antwort kommt ein nettes „Gut“, dann reicht mir das nicht. Ich will ein Wow.

3. Von der Markengegnerin zur Markendesignerin

Es klingt fast schon wie ein Paradoxon, aber früher habe ich Marken regelrecht boykottiert. Bis zu meinem Designstudium kam mir kein Apple-Produkt ins Haus. Kleidung musste am besten komplett logofrei sein. In meiner Schulzeit habe ich Marken oft nur als arrogante Statussymbole wahrgenommen, mit denen Menschen sich über andere stellen wollten. Und mein innerer Rebell sagte schon immer: „Wenn es alle machen, mache ich erst recht das Gegenteil.“

Heute verdiene ich mein Geld damit, Marken strategisch für andere aufzubauen. Was hat sich geändert? Mein Blickwinkel. Eine echte, hochwertige Marke ist für mich kein Statussymbol mehr, sondern der Ausdruck einer inneren Haltung. Marken stehen für Werte. Sie kreieren Vertrauen, noch bevor ein Produkt gekauft oder eine Dienstleistung in Anspruch genommen wurde, weil die Menschen genau wissen, wofür du stehst. Diese Entwicklung vom Boykott zur Berufung finde ich heute selbst super witzig.

4. Die Kraft des Aufschreibens: Das vergessene Poster

Beim Aufräumen am Wochenende ist mir ein großes DIN-A2-Poster in die Hände gefallen, das ich Mitte letzten Jahres beschrieben hatte. In der Mitte stand die Frage: Was will ich? Was macht mir Spaß? Was erfüllt mich? Was kann ich gut?

Als ich mir die Punkte nach fast einem Jahr Pause wieder durchgelesen habe, wurde ich richtig emotional. Darauf standen unter anderem Ziele und Wünsche wie:

  • Menschen das Gefühl geben, gesehen und verstanden zu werden.
  • Sich selbst ausdrücken und Visionen sichtbar machen.
  • Andere mit meiner Euphorie anstecken.
  • Ein eigener Podcast.
  • Aus dem Nichts etwas erschaffen, das bewegt.

Das Krasse daran? Diese und manche andere Punkte auf dem Plakat haben sich bereits erfüllt! Oft jagen wir im Alltag immer nur dem Nächsten hinterher und legen die Messlatte höher, ohne anzuerkennen, was wir schon erreicht haben. Unser Gehirn braucht ein klares Ziel – genau wie ein Navigationssystem im Auto eine konkrete Adresse braucht, um überhaupt eine Route auszugeben. Nimm dir die Zeit, gehe in dich und schreibe auf, was du möchtest, wo du hinwillst etc.

5. Das Gesetz der Anziehung: Dein jetziges Leben ist kein Zufall

Kürzlich habe ich die Dokumentation „The Secret“ (Das Geheimnis) geschaut. Obwohl mir das Thema Manifestation und Fokus nicht neu ist, hat mich ein Gedanke tief getroffen: Dein jetziges Leben spiegelt wider, wie du vor ein paar Jahren gedacht, entschieden und gehandelt hast.

Wir neigen in unzufriedenen Phasen schnell dazu, die Schuld auf die Umstände, das Schicksal oder den „Zufall“ zu schieben. Aber in Wahrheit ist unser heutiger Status quo die Summe unserer vergangenen Gedanken und Fokuspunkte. Das Schöne an dieser Erkenntnis ist, dass sie uns die absolute Handlungsmacht zurückgibt. Wir sind keine Opfer der Umstände. Wenn meine heutigen Gedanken meine Realität in ein paar Jahren formen, dann habe ich es jetzt selbst in der Hand, meine Zukunft durch bewusste Entscheidungen zu steuern.

6. Missachtete Grenzen und die Kunst, die Axt zu schärfen

Mein unbequemstes Learning der letzten Woche durfte ich im täglichen Alltag machen. Ich hatte ein neues Formular für einen kostenlosen Brand-Check auf meiner Website eingebunden. Alles funktionierte technisch einwandfrei, bis auf einen kleinen, hartnäckigen Bug bei der Weiterleitung zu einer Zwischenseite.

Obwohl ich an diesem Tag bereits über 10 Stunden am PC saß und gemerkt habe, dass ich im Kopf komplett „durch“ war, wollte ich das Ding unbedingt noch „schnell durchziehen und abhaken“. Das Resultat? Ich saß erschöpft, frustriert und mit hämmernden Kopfschmerzen bis kurz vor 21:00 Uhr daran – ohne Erfolg, denn funktioniert hat’s trotzdem nicht. Ich habe mich so darüber geärgert, dass ich meine Grenzen missachtet und meinen eigenen Rat ignoriert hatte. Am nächsten Morgen habe ich mich mit frischem Kopf hingesetzt und nach 30 Minuten lief alles einwandfrei.

Dazu passt eine wunderbare Geschichte von Simon Sinek, die ich dir unbedingt mitgeben möchte:

Die Geschichte von den zwei Holzfällern Zwei Holzfäller gehen jeden Morgen zur gleichen Zeit in den Wald und hören abends zeitgleich auf. Der eine arbeitet ununterbrochen durch. Der andere verschwindet jeden Mittag für eine Stunde. Nach einigen Monaten stellt der durcharbeitende Holzfäller frustriert fest, dass der andere deutlich mehr Holz geschlagen hat als er.

Er stellt ihn zur Rede: „Wie kann das sein? Wir fangen gleich an, hören gleich auf, du machst jeden Tag eine Stunde Pause und hast am Ende mehr Holz?! Wo gehst du in dieser Stunde hin?“ Der andere blickt ihn an und antwortet ruhig: „Na, ich gehe nach Hause und schärfe meine Axt.“

Manchmal muss man durchziehen und manchmal macht es einfach kein Sinn, sich stumpf durch Aufgaben zu quälen, wenn die Energie schon lange weg ist. Pausen sind keine verlorene Zeit, sie sind das Schärfen unserer Werkzeuge.

Was nimmst du für dich mit?

Ich hoffe, dass meine Fehler und Erkenntnisse dir einen kleinen Impuls für deine Woche geben können. Welches Learning hat dich am meisten angesprochen? Lass es mich super gerne in einer E-Mail wissen oder schreibe mir eine persönliche Nachricht auf Instagram. Vielleicht greife ich dein Learning schon in der nächsten Podcastfolge auf!